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16.11.2009 - Nachberichterstattung der 9. Fachtagung

Zur 9. Fachtagung GESUNDE HALTUNG – GESUNDE PFERDE hatte die Fachberatung für Pferdebetriebe SCHADE & PARTNER in Zusammenarbeit mit dem Hannoveraner Verband und der Firma Merial GmbH am 14. November nach Verden geladen. Thematisch befaßte sich die Tagung in Zeiten der globalen Finanzkrise mit der Wirtschaftlichkeit von Pferdebetrieben sowie medizinischen Fragestellungen um den Verkauf von Pferden, die die Wirtschaftlichkeit der Betriebe in hohem Maße beeinflussen.

Den Einstieg dazu lieferte Prof. Dr. Peter Stadler von der Tierärztlichen Hochschule Hannover, der sich kritisch mit dem Stellenwert der Röntgenuntersuchung beim Pferdekauf auseinandersetzte und die Aktualisierung des Röntgenleitfadens mit ihren Konsequenzen für die Praxis erläuterte. Prof. Stadler beleuchtete sehr detailliert die Frage nach dem Normzustand und wies eingehend darauf hin, dass Röntgenklassen keine Güteklassen sind, sondern lediglich ein Teil der Kaufsache Pferd. Wörtlich unterstrich er: „Der Röntgenbefund ist Teil eines Puzzles auf dem Weg zur Diagnose!“. Aus seiner Sicht ist die Bedeutung der knöchernen Veränderungen lange Zeit überschätzt worden. Die Nutzung des neuen Röntgenleitfadens bei einer Kaufuntersuchung bringt dem Auftraggeber den Vorteil, dass nicht nur die subjektive Einschätzung des untersuchenden Tierarztes sondern zusätzlich die Bewertung einer Expertenkommission in die Gesamtbewertung einfließt, was eine neutrale Beurteilung der Röntgenbefunde gewährleistet.

Die Auswirkungen bis hin zur Wertminderung beim Verkauf beschrieb Prof. Dr. Karsten Feige, der Direktor der Klinik für Pferde der Tierärztlichen Hochschule Hannover, für ausgewählte innere Erkrankungen, die aus seiner Sicht insbesondere bei den Reitpferderassen an Bedeutung gewonnen haben. Dazu zählt er das Sommerekzem als die am häufigsten vorkommenden Hautallergie. Er wies darauf hin, dass einer klinischen Symptomatik immer eine Sensibilisierung des Pferdes gegen den Allergie auslösenden Insektenspeichel vorausgehen muß. Diese Sensibilisierung kann über einen Test nachgewiesen werden. Die zweite Erkrankung, die er auch anhand von Videoaufnahmen von Fallbeispielen erläuterte, war die entwicklungsbedingte Ataxie in ihren unterschiedlichen Formen. Die Ursache für diese Erkrankung kann schleichend und fortschreitend sein, aber auch durch plötzliche Gewalteinwirkung, wie Festliegen, Sturz, Steigen o.ä. hervorgerufen werden.

Der Themenblock Wirtschaftlichkeit wurde mit einem Vortrag von Anne-Kathrin Steinmetz vom KTBL und Prof. Dr. Clemens Fuchs von der Hochschule Neubrandenburg zur Wirtschaftlichkeit der Gruppenhaltung eingeleitet. Die Gruppenhaltung von Pferden wurde im  Rahmen eines Bundeswettbewerbes des KTBL auf zehn ausgewählten Betrieben begutachtet und die Wirtschaftlichkeit beispielhaft für Fohlenaufzucht, Freizeitpferde und Sportpferde aufgezeigt. Prof. Dr. Fuchs leitete in seinen Kalkulationen Mindestpensionspreise ab, die alle anfallenden Kosten, einschließlich eines Risikozuschlages und der Umsatzsteuer abdecken. Er zeigte auf, dass die erzielten Pensionspreise für Pferde sehr stark zum einen vom Angebot der Dienstleistung, aber wesentlich auch vom Standort und vom Wettbewerb beeinflusst werden und wies darauf hin, dass nicht alle Betriebe alle Produktionsfaktoren vollständig entlohnen können. Aus seiner Sicht stellt ein Pensionspreis von 300 €/Monat für Freizeitpferde eine Schwelle dar, die erreicht werden sollte, um rentabel wirtschaften zu können. Bei der Fohlenaufzucht ist es etwa die Hälfte.

Kostenrechnungen für Pferdebetriebe bzw. die Forderung des Referenten, selbige im Griff zu haben, waren der Schwerpunkt des Beitrags von Dr. Wolfgang Kubens von der LBH-Steuerberatungsgesellschaft in Friedrichsdorf. Er zeigte die Bedeutung einer eigenen Unternehmensstrategie ebenso auf, wie die Vielschichtigkeit der vielen spezialisierten Pferdebetriebe, die alle zusammen jedoch in der Praxis oftmals das Problem der richtigen Kostenzuordnung haben. Nicht sachgemäß zugeordnete Kosten führen dazu, dass falsche Ergebnisse möglicherweise zu einer Quersubventionierung von Betriebszweigen führen, die in Wahrheit nicht optimal laufen. Anhand von Kostenrechnungen für einzelne Produktionsverfahren zeigte er mit Hilfe von Beispielen auf, dass nur gut gemanagte und organisierte Betriebe in der Lage sind, ihre eingesetzte Arbeit angemessen zu entlohnen.

Anläßlich der Tagung wurde auch die Prämierung des 4. bundesweiten Wettbewerbs für Pferdebetriebe „QUALITÄTSBETRIEBEN GEHÖRT DIE ZUKUNFT“ vorgenommen. Der Wettbewerb wie auch die Tagung wurden ermöglicht durch die Unterstützung der Hauptsponsoren Fa. Merial GmbH, DERBY-Spezialfutter GmbH und der UELZENER VERSICHERUNGEN. 52 Zucht- und Pensionsbetriebe hatten sich einer intensiven Überprüfung einer unabhängigen Jury in den Bereichen Haltung, Fütterung und Gesundheitsvorsorge unterzogen. Sie wurden Ende September/Anfang Oktober von der Expertenjury - bestehend aus Dr. Lutz Ahlswede, Fachtierarzt für Pferde mit den Schwerpunkten Ernährung und Zuchthygiene sowie Dr. Gotthard Ilchmann, Fachtierarzt für Parasitologie - bereist. Anläßlich der Tagung stellten sich die Sieger und prämierten Betriebe vor und nahmen ihre Auszeichnungen in Empfang. Die Sieger und prämierten Betriebe des Wettbewerbs 2009 erhielten Edelstahl-Stallschilder, die vom Hannoveraner Verband gestiftet wurden sowie hochwertige Preise, die durch die Repräsentanten der preisgebenden Firmen an die Betriebsleiter übergeben wurden. Folgender Liste sind die siegreichen Betriebe zu entnehmen.

Der Tagungsband mit den Beiträgen der Referenten ist für 15 Euro (+ Porto) erhältlich über den Veranstalter Schade & Partner.

 
 

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